= HARTZ IV tötet
Hartz IV fordert mal wieder ein Todesopfer
Neben den Grünen klebt dieses Blut vor allem an den Händen von Bertelsmann, die wie keine andere Institution dafür gesorgt haben, Hartz IV mit einem Stigma des Versagertums zu versehen.
beschreibt es gewohnt offen fefe
Im Berliner
Tagesspiegel wird der vermeintliche Tathergang ganz nach Art der Sensationspresse zu einem
Klassischen Mitnahmesuizid stilisiert, allein der anzunehmende Hintergrund der verzweifelten Tat bleibt verborgen, den der ungenannte "Autor" wie folgt beschreiben darf:
"Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen und wollte einfach nur, dass es vorbei ist", sagte die aus Rottendorf bei Würzburg stammende Frau, die geschieden ist und zuletzt von "Hartz IV" lebte.
Ein zynisches (weiteres) Beispiel für den so genannten demokratischen Qualitätsjournalismus, der sich besser im Verbreiten der regierungsamtlichen Jubelmeldungen gefällt. Ein anderes Statement gibt es bei
WUT.
Arm ist diese Republik nichtArmselig, von einer armseligen Angst befallen sind die deutschen Fritzen ganz sicher. Sie würden aufstehen, wenn ihr Nachbar denunziert wird, würden handeln, wenn Menschen hungernd vor der Tafel für gerade noch haltbare Nahrungsmittel in der Schlange stehen, und kein Geld haben, um ihren Kindern ein tägliches Schulessen zu ermöglichen.
Die Strasse bleibt ausser zum ritualisierten, gemeinsamen Schreiten zu Ostern und dem 1.Mai, je nach Gesinnung, leer. Selten, sehr selten raunt Empörung durch einige Blogs, als im vergangenen Jahr der "erste offizielle Hartz 4 Tote"
aufgefunden, oder in diesem Frühjahr ein Gütersloher
Erwerbsloser von seiner ARGE in einen verzweifelten Hungerstreik getrieben wurde. Armseliger kann sich eine so genannte zivilisierte Industrienation im 21. Jahrhundert nicht outen.
Die Fritzen mit ihren Lieschens, in langen Jahren auf ihre niedersten Instinkte gestutzt, sind an dieser empfindsamen Stelle empfindungslos, oder wollen nichts merken. Einfacher geht es doch, wenn man spiessigen Akademikern wie
Edgar Dahl applaudiert, der ein allerwertestes "Hurra auf den Sozialstaat" in einem werte-orientierten Kampfblatt des neoliberalen Bürgertums ausruft:
Schöner leben mit Hartz IV. Es wird dich nun nicht mehr erstaunen, dass auch dann keiner aufstehen wird, wenn DU der Nächste bist, oder?
Edgar Dahl beschäftigt sich an anderer Stelle auch mit der modernen westlichen
Glücksforschung, und kommt dabei zu der erstaunlichen Feststellung, dass Sex mehr Spass macht als Hausarbeit, und laut einer von ihm zitierten Studie berufstätige Frauen lieber fernsehen oder telefonieren als auf ihre Kinder aufpassen. Tja, so eindrucksvoll funktioniert Meinungsbildung bei Fritz und Lieschen. Evulotionstheoretisch recht sonderbar ist vielleicht eher, dass ein Autor in einem '
Leserbrief' zu seinem eigenen Artikel betont, dass "wir nicht auf dieser Welt (sind), um uns zu amüsieren, sondern um uns zu reproduzieren". Für Edgar Dahl, den philosophierenden Mitarbeiter der Gynäkologie der Justus-Liebig-Universität Giessen,
schlägt das Herz eben rechts. Religiöse Arme sind in seiner 'empirischen Glücksforschung' glücklicher als areligiöse reiche Menschen. Der Glaube hat nur leider noch keinen satt werden lassen.
>> Arbeitslos und verunglimpft / tv
>> Armut ist Verbrechen / tv
>> HARTZ IV saugt aus / 4SUXX
foto : HARTZ 4 KILLS, sticker
tags : prekär,
propaganda,
journalismus